Gosse


Gosse

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Gos|se ['gɔsə], die; -, -n:
an der Bordkante einer Straße entlanglaufende Rinne, durch die das Regenwasser abfließen kann:
die Gosse war überflutet; sie kommt aus der Gosse (aus einem Bereich sozialer und moralischer Verkommenheit).

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Gọs|se 〈f. 19
1. Abflussrinne u. ihre Öffnung in den Kanal am Rand des Fußweges
2. 〈fig.; abwertendsinnbildl. für von Verwahrlosung u. materieller Not geprägte Lebensumstände
● die \Gosse ist verstopft; jmdn. aus der \Gosse auflesen, ziehen 〈fig.; umg.〉 aus elenden u. menschenunwürdigen Verhältnissen herausholen; er wird noch in der \Gosse enden 〈fig.; umg.〉 völlig verkommen [→ gießen]

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Gọs|se , die; -, -n [md. gosse, mniederd. gote, eigtl. = Stelle, wo etw. ausgegossen wird, zu gießen]:
1. an der Bordkante entlanglaufende Rinne in der Straße, durch die Regenwasser u. Straßenschmutz abfließen.
2. (abwertend) Bereich sozialer, moralischer Verkommenheit:
jmdn. aus der G. auflesen, ziehen (ugs.; aus den übelsten Verhältnissen herausholen);
in der G. aufwachsen, enden;
du landest noch in der G.!

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Gosse
 
[gɔs], Sir (seit 1925) Edmund William, englischer Kritiker und Schriftsteller, * London 21. 9. 1849, ✝ ebenda 16. 5. 1928; war 1884-90 Literaturdozent in Cambridge, 1904-14 Bibliothekar des britischen Oberhauses. Gosse schrieb neben idyllischen Landschaftsgedichten (»Collected poems«, 1911) zahlreiche Monographien, Darstellungen der englischen Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts, Studien über das französische und skandinavische Schrifttum und eine bedeutende Autobiographie, »Father and son« (1907), eine kritische, jedoch um Fairness bemühte Auseinandersetzung mit dem extremen Puritanismus.
 
Weitere Werke: Studien und Essays: Studies in the literature of Northern Europe (1879); French profiles (1905); Selected essays, 2 Bände (1928).
 
 
E. E. Charteris: The life and letters of Sir E. G. (London 1931);
 A. Thwaite: E. G. A literary landscape 1849-1928 (ebd. 1984).

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Gọs|se, die; -, -n [md. gosse, mniederd. gote, eigtl. = Stelle, wo etw. ausgegossen wird, zu ↑gießen]: 1. an der Bordkante entlanglaufende Rinne in der Straße, durch die Regenwasser u. Straßenschmutz abfließen: die G. lief über, war verstopft; ich, der aussah, als hätte ich mich in der G. gewälzt (Fallada, Trinker 63); In einer Seitengasse ... rinnt das Spülwasser ... durch Röhren in die G. (Berger, Augenblick 8). 2. (abwertend) Bereich sozialer, moralischer Verkommenheit: Als ich den berühmten Schauspieler Sowieso an einer der miesesten Klappen der Stadt wiederfand, erklärte er mir das so: Er brauche die G., sie sei das Leben (Bruder, Homosexuelle 65); aus der G. kommen; jmdn. aus der G. auflesen, ziehen (ugs.; aus den übelsten Verhältnissen herausholen); in der G. aufwachsen, enden; Wenn du so wenig Willen hast ... zu arbeiten oder was, ..., dann landest du in der G. (Aberle, Stehkneipen 41); in der G. liegen (verkommen sein); sich in der G. wälzen (sich in seiner Verkommenheit wohl fühlen); *jmdn./jmds. Namen durch die G. ziehen/schleifen (sehr Schlechtes über jmdn. sagen u. ihn dadurch herabwürdigen): Ich werde alles aufklären ..., wenn auch mein ehrbarer Name dabei ... durch die G. geschleift wird (Maass, Gouffé 147).

Universal-Lexikon. 2012.

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